SGE – Glasgow Rangers 5:4 i.E. (1:1, 0:0)

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte seit 42 Jahren feierte die SGE nach einem durchaus verdient gewonnenen Spiel gegen die Glasgow Rangers im Finale in Sevilla. Wie es dazu im Detail kam, hier in der Spiel – Analyse.

Die Aufstellung

Rangers: McGregor – Barisic (117. Roofe), Bassey, Goldson, Tavernier – Kamara (90. Arfield), Lundstram, Jack (74. Davis) – Kent, Aribo (101. Sands), Wright (74. Sakala, 118. Ramsey) – Trainer G. van Bronckhorst

*Die Noten sind automatisch generiert aus den Spieldaten und in abgewandelter Form übernommen von sofascore.com

Die Statistik

gibt es hier.

Die Highlights

Quelle: Youtube

Das Spiel

Ein entscheidender Faktor des Spiels war die Anfangsphase. Im Halbfinale gegen Leipzig hatten die Rangers das Rückspiel in den ersten 25 Minuten entschieden, damals mit einem extrem weit vorne angesetzten Angriffspressing, gegen das die Leipziger kein Mittel fanden und nach 24 Minuten mit 0:2 zurücklagen.

Die Eintracht hingegen hatte gerade in der Anfangsphase mit den Rangers sehr wenige Probleme, was erstens daran lag, dass deren Trainer van Bronckhorst diesmal einen anderen Matchplan verfolgte, viel mehr auf Strecke geplant hatte und auf die Überrumpelungstaktik verzichtete, aber auch daran, dass die SGE ihrerseits, besonders in der frühen Anfangsphase, sehr stark darauf bedacht war, selbst früh zu pressen, den Gegner in der eigenen Hälfte zu halten. Hier eine Szene aus der 3. Spielminute:

Der Zweikampf Ndicka-Aribo findet direkt im Anschluss an einen Abschlussversuch von Lindström statt und man sieht hier, dass Ndicka seinem Gegenspieler bis weit in die Rangers-Hälfte gefolgt ist, um press in dem Zweikampf zu sein.

Festzuhalten ist also der erste taktische Move Glasners, der darin bestand, einer möglichen extrem aggressiven Anfangsphase/ersten Halbzeit (auch der BVB hatte im Heimspiel gegen die Rangers schon zur Halbzeit 0:2 zurückgelegen) mit eigenem deutlich mannorientierten Gegenpressing nach eigenen Aktionen und sehr mannorientiertem Mittelfeldpressing im Übrigen zu antworten, also den Stil der Rangers gewissermaßen zu imitieren.

Die zweite, noch wichtigere Frage war, wie die SGE das extreme Flügelspiel, das eigentliche Herzstück des Rangers-Spiels, zu unterbinden gedachte, insbesondere wie die enorme Dribbelstärke von Ryan Kent ausgeschaltet werden sollte. Und auch hier ein Blick in die Anfangsphase in eine Szene, in der man schön sieht, wie hochkonzentriert und abgestimmt die SGE Kent verteidigt.

Auffällig ist, dass Touré sehr weit aus der Kette herausrückt, um rechts ballnah Rode zu unterstützen und eine Überzahl gegen Kent zu garantieren. Knauff bleibt in der ganzen Aktion in Pass-Zweikampfdistanz zu Kent.

Diese Konstellation wiederholt sich im Spiel, Knauff ist defensiv gemeinsam mit Touré Kent-Beauftragter. Knauff steht dabei meist in Erwartung des Passes auf Kent in Distanz zu diesem, um entweder mit dem Pass aggressiv angreifen zu können, oder sofort Distanz zu haben. Bei Situationen mit Rücken zum SGE-Tor steht Knauff auch oft direkt am Mann. Das ist ziemlich ausgefeilt, hat über die gesamte Spieldauer gut funktioniert und war wohl der defensive Schlüssel zum Erfolg. Touré gewinnt hier übrigens den Ball gegen Kamara und sein Pass in die Spitze auf Kamada ist dann die erste große Torchance des Spiels für die SGE. (12. Minute).

Hier das Zuspiel von Touré auf Kamada und wie man gut sieht, steht Kamada damit frei vor McGregor.

Anstatt den Ball aus 16 Metern frei ins Tor zu schießen, geht Kamada ins Dribbling und vertändelt den Ball. Diese Situation ist aber nichts weniger als ein Traumpass von Touré und eine Großchance zum 1:0 für die Eintracht. Viel Glück für die Rangers in dieser Situation.

Aber an dieser Szene sieht man gut, wie der Matchplan von Glasner funktionierte und aufging. Zu keinem Zeitpunkt tat man, wie Dortmund oder Leipzig, den Rangers den Gefallen, praktisch ohne Ballbesitz anpressen zu können (Leipzig im Hinspiel mit 72%, im Rückspiel mit 63% Ballbesitz, Dortmund 65%, 66%), im Gegenteil, man zwang die Schotten dazu, selbst Aufbauspiel zu betreiben (die SGE hatte im Finale nur 48% Ballbesitz) und dieses ist meistens ziemlich durchsichtig und dann auf den Außen und auch zentral (mit entsprechend korrektem Stellungsspiel, also nicht press, sondern mit leichtem Anlaufen und Sichern) gut zu verteidigen.

So war die SGE in den ersten 20 Minuten des Spiels die deutlich bessere Mannschaft, viel gefährlicher als Glasgow, mit dem Höhepunkt der im Grunde hundertprozentigen Torchance durch Knauff in der 20. Minute. In dieser Szene spielte die SGE ihre enorme spielerisch-technische Stärke aus. Die Situation entstand durch einen Kostic-Einwurf links.

Hier die Kombination zur größten Chance der ersten Halbzeit. Von Kostics Einwurf bis zum Pass auf Knauff spielt die SGE 3 One-Touch-Bälle, einen klaren Seitenwechsel über Borré, Lindstöm und Rode. Knauff geht dann in ein langes Tempodribbling bis in den Rangers-Sechzehner, wo er abschließt.

Solche Schnellkombinationen sind während des gesamten Saisonverlaufes immer mehr eine wesentliche Stärke der SGE geworden, hier spielt sie den Seitenwechsel gezielt.

Solche schnellen Seitenwechsel sind eine sehr effektive Möglichkeit, einen Mitspieler freizuspielen, das funktioniert hier perfekt.

Die letzte Reihe der Rangers ist bei diesem Einwurf nur zu dritt, hat also keine Breite und weil die SGE den Seitenwechsel sehr schnell spielt, muss der gesamte Rangers-Defensivblock nach links hinten laufen, während Knauffs Laufweg genau in die entgegengesetzte Richtung verläuft – für den Angreifer eine optimale Situation, für die einzelnen Abwehrspieler ist ein guter Tempodribbler wie Knauff dann kaum mehr zu verteidigen.

Und so schafft es Knauff, mit zwei schnellen Bewegungen die Gegenspieler aussteigen zu lassen, trifft dann aber eine falsche Abschlussentscheidung.

Knauff hätte den Ball Richtung langes Eck schieben können, entscheidet sich aber für einen Abschluss auf das Torwart-Eck, den McGregor dann halten kann.

Auch die folgende Eckball-Variante, bei der Lindström am 16er völlig freigespielt wird, ist eine gute Tormöglichkeit, diese Doppelchance hätte gut und gerne das 1:0 bedeuten können, viel Glück hier für die Rangers.

In dieser Phase waren die Rangers mit dem schnellen Offensivspiel der SGE überfordert, kurz darauf hat Sow nach Pressing den nächsten guten Abschluss. Jetzt aktivierte die SGE auch häufig wieder das Angriffspressing in der vorderen Linie, was den Schotten ebenfalls nicht schmeckte.

Nur wenn die Rangers von der ihnen von Glasner zugedachten Rolle abwichen und nicht mit langen Bällen ihre Außen suchten, konnten sie gefährlich werden.

Hier der beste Angriff der Schotten in der ersten Halbzeit (26. Minute). Goldson mit einem guten Flachpass auf den zwischen die SGE-Reihen sprintenden Wright, der dann schnell auf Aribo in der Zentrale passt, der frei aus rund 20m abschließen kann.

Das ist der bis dahin erste Flachpassangriff der Schotten und ihre beste Chance bis dahin.

Ansonsten aber das gleiche Bild: Die Rangers aus ihrem Dreier-Aufbau immer und immer wieder mit langen Bällen, die von der SGE hinten alle abgeräumt und gewonnen werden.

Dennoch gehen die Rangers mitten in der nächsten SGE-Drangphase in der 57. Minute in Führung. Wie ging das vor sich?

Vorausgegangen war ein abgebrochener SGE-Angriff und ein Rückpass auf Trapp. Die Rangers sind in ihrem Angriffspressingverhalten üblicherweise stark auf Rückpässe zu Verteidigern oder dem Torwart konditioniert, im Spiel war gut zu sehen, dass die SGE daher solche Rückpässe im eigenen Abwehrdrittel zu verhindern versuchte. Hier jedoch gab es zur Ballsicherung keine andere Möglichkeit mehr als den Rückpass auf Trapp:

Der Rückpass von Ndicka auf Trapp wird sofort von Wright attackiert und auch wenn Wright hier keine Chance hat, den Ball zu gewinnen, so zwingt er Trapp als Aufbauspieler doch zu einem völlig unkontrollierten Schlag in die Zentrale.

Im ganzen Spiel war zu sehen, dass die SGE solche Situationen kompromisslos klärte. Mit langen Bällen, Schlägen, auch auf die Tribüne, wenn es sein musste. Glasner hatte aus den Spielen der Rangers gegen Leipzig und Dortmund gelernt, dass man sich auf das Pressing der Rangers lieber nicht einlässt. Und trotzdem „funktioniert“ es hier, denn auch das lange, unkontrollierte Schlagen von Bällen aus der letzten Reihe birgt Risiken. Zum Beispiel, dass der Ball „direkt wieder zurückkommt“ (man könnte es den Tennis-Effekt nennen und er ist einer der Gründe, warum lange Schläge seit Jahrzehnten immer weniger gespielt werden). Im Grunde lag die einzige Chance der Rangers, das Spiel zu gewinnen, darin, die SGE zu unkontrolliertem Spiel zu zwingen. Das gelang fast nie, aber in dieser Szene perfekt:

Der lange Ball kommt postwendend zurück, Goldson köpft ihn geradeaus nach vorne, wo er von Sow in den Laufzweikampf Aribo-Tuta verlängert wird. Tuta stolpert kurz darauf, so dass Aribu dann allein auf Trapp zulaufen und einschieben kann.

Hier liegt kein Abwehrfehler vor, es ist eine maximal unglückliche Situation. Borré hätte Goldson mehr stören können, Sow hätte den Ball durchlassen müssen, aber das kann man ihm einigermaßen wohlwollend kaum als Fehler ankreiden, er wollte verhindern, dass Aribo hinter ihm an den Ball kommt und hat ihn etwas falsch eingeschätzt. So etwas kann immer passieren.

Das einzig Gute an der Situation war, dass die SGE kaum etwas ändern musste, sie war ohnehin dauerhaft druckvoll und die Rangers hatten auch zuvor praktisch jeden Ball lang gespielt. Entsprechend änderte sich an dem Geschehen nach dem SGE-Rückstand auch wenig.

Ein fast größeres Problem als das Gegentor war die Verletzung von Tuta, die er sich dabei zuzog und die Glasner zwang, ihn auszuwechseln. Da die SGE Ilsanker für die Europa League nicht gemeldet hatte, musste Glasner Hasebe in die Innenverteidigung stellen und dass das ein enormes defensives Risiko darstellt, weiß jeder, der die letzten beiden Spielzeiten einigermaßen aufmerksam verfolgt hat. Zugleich bringt die Passstärke von Hasebe auch immer neue Möglichkeiten des Spielaufbaus aus der letzten Reihe, was in der Rückstand-Situation durchaus auch hilfreich sein kann.

Von nun an musste also analytisch ein besonderes Augenmerk auf diese Position gelegt werden. Und tatsächlich hatte Hasebe kurz nach seiner Einwechslung einen wichtigen Zweikampf gegen Aribo zu bestreiten, den er sehr konzentriert und stark gewann und in der 83. Minute nach einem kleineren Zweikampf- bzw. Stellungsfehler etwas Glück, dass Sakala aus der Szene, der besten Chance der Rangers in der zweiten Halbzeit, nicht mehr macht. Ein typischer, krasser Hasebe-Stellungsfehler hätte kurz vor Schluss, in der 118. Minute den Glasgow Rangers allerdings um ein Haar den Europa-League-Titel eingebracht.

Hasebe hebt hinten das Abseits auf, gibt Roofe die Chance, in dem No-Abseits-Raum in Tourés Rücken davonzulaufen.

Danach hat Hasebe gegen Roofe im Laufduell kaum eine Chance, aber selbst in dem Zweikampf an der Grundlinie läuft er Roofe dann nochmal zu nah an und hat so auch keine Chance, dessen Rückpass auf Kent zu verhindern, und so:

Trapp muss mit einer Weltklasseparade der SGE gegen Kent das Elfmeterschießen sichern.

Viel Glück für die SGE, dass Kevin Trapp hier – das Finale war in vielem ein Abbild der ganzen Saison – einen Stellungsfehler von Hasebe ausbügelt. Der Nachschuss von Davis ist auch gefährlich, geht dann aber über das Tor.

Auch der Rode-Jakic-Wechsel in der 90. Minute und besonders der Sow-Hrustic-Wechsel in der 106. Minute bedeuteten dann noch zweimal einen ernst zu nehmenden Qualitätsverlust, aber Jakic und Hrustic spielten konzentriert und weitgehend fehlerfrei und mehr ist von diesen jungen Spielern derzeit kaum zu erwarten.

Dennoch brachten die Wechsel die SGE-Defensive etwas durcheinander, die Schwächungen waren kaum zu übersehen und mehrere Stellungsfehler von Hrustic, Jakic und Hauge führten in der 106. Minute noch dazu, dass Barisic und Kent in der 113. Minute freie Abschlüsse aus der zweiten Reihe hatten, dieTrapp aber halten konnte. Allerdings produzierten Hauge und Hrustic in der 107. Minute nach einem Konter ihrerseits noch einen interessanten Abschluss.

Die SGE aktivierte mit dem Rückstand wenig überraschend wieder ihr Angriffspressing, das bereits in der ersten Halbzeit in einigen Situationen „ausprobiert“ wurde. Daraus entstand in der 67. Minute die nächste Großchance durch Kamada nach Pressing-Ballgewinn Rode.

Nach einem Kostic-Einwurf links auf Ndicka und dessen Rückpass auf Kostic gelingt der SGE in der 69. Minute nach einem Standardspielzug das 1:1. Das Tor ist eine Gemeinschaftsproduktion von Kostic und Borré. Sowohl die perfekt getimte und gezielte Hereingabe von Kostic als auch die vorbereitende Aktion und der Laufweg von Borré sind optimal und schlicht individuelle Klasse. Beides, die technische Stärke von Kostic, als auch die extreme Spielintelligenz von Borré wurden hier seit Saisonbeginn immer wieder gezeigt.

Borré muss in dieser Szene Bassey am langen Pfosten halten, damit der Raum zwischen McGregor und Goldson, in den er sprinten können muss, offen bleibt. Sogar im Standbild hier, noch besser in den Bewegtbildern, sieht man, dass er das nicht nur durch seine Positionierung macht, sondern sogar mit den Händen Bassey etwas „festhält“.

Als dann die Kostic-Flanke kommt, sprintet Borré in den Raum zwischen den drei Gegnern und drückt den Ball über die Linie. Das ist sehr stark und dass die SGE einen solchen Stürmer hat, der solche Situationen regelmäßig erkennt und auch die Schnelligkeit besitzt, sie zu nutzen, ist letztlich ein entscheidender Schlüssel dazu gewesen, den Titel gewinnen zu können.

Allerdings soll durchaus nicht verschwiegen werden, dass das hier auch ein ziemlich krasser Abwehrfehler der Schotten ist. Der Raum am kurzen Pfosten darf natürlich nicht so offen gelassen werden, überhaupt ist hier, tief im eigenen Sechzehner keine Kettenverteidigung mehr angezeigt, sondern es muss umgeschaltet werden auf Manndeckung und Schließen der torgefährlichen Anlaufräume am ersten Pfosten und im Rückraum. Diese Umstellung verschlafen die Rangers hier.

Fazit

Glasner und die Mannschaft haben mannschaftstaktisch mehrere Vorhaben perfekt umgesetzt:

Zunächst überließ man den Schotten viel Ballbesitz, brachte sie häufig gezielt in eigene Aufbausituationen, die sie lange fast ausschließlich mit langen Bällen auf die drei Spitzen zu lösen versuchten, was aber von der SGE beinahe alles verteidigt werden konnte, hauptsächlich durch tiefe, mannorientierte Staffelung in der hinteren Reihe. So waren die Rangers gezwungen, zunehmend über Positionsspiel und Schnellkombinationen ihr Glück zu versuchen, aber auf diesem Gebiet waren sie der SGE haushoch unterlegen und dem SGE-Mittelfeldpressing kaum gewachsen. So entstand ein recht einseitiges Spiel zugunsten der SGE.

Ansgar Knauff war in diesem Finale ein Schlüsselspieler des SGE-Spiels, da er nach vorne mit seinen Dribblings das Spiel häufig gefährlich machte, und zugleich aufgrund seiner Schnellig- und Wendigkeit der perfekte Gegenspieler für den starken Ryan Kent war, der im Rangers-Spiel als im Grunde einziger Unterschiedsspieler eine wichtige Rolle spielt und den er gemeinsam mit Touré komplett aus dem Spiel nahm. Überhaupt war die Aufgabe, Kent aus dem Spiel zu nehmen, ein entscheidender Schlüssel und wer sich das Spiel im Re-Live noch einmal ansieht, wird erkennen, dass die SGE darauf von Glasner besonders vorbereitet worden war: Kent wird von Knauff, Touré, Tuta und Sow kein Millimeter Raum gelassen und wenn er einmal, wie bspw. in der 36. Minute ein erfolgreiches Dribbling ansetzt, wird er sofort (taktisch) gefoult, in dieser Szene von Sow.

Die weiteren entscheidenden Einzelleistungen kamen von Kostic und insbesondere dem überragenden Borré, siehe das oben analysierte Ausgleichstor, aber auch einige andere Szenen, etwa die 75. Minute, als Borré am eigenen Sechzehner aushilft, als Kent es einmal schafft, sich durchzusetzen, und somit eine gefährliche Situation der Rangers verhindert. In den letzten Minuten rettete darüber hinaus Trapp die Mannschaft ins Elfmeterschießen.

In beiden Halbzeiten verunmöglichte die SGE eine Überrumpelungstaktik der Schotten, indem besonders in der Anfangsminuten enorm gepresst und das eigene Spieltempo erhöht wurde. Insgesamt war die SGE dauerhaft das technisch bessere, taktisch variablere und auf den Gegner besser eingestellte Team, muss in der ersten Halbzeit nach der Knauff-Lindström-Doppelchance im Grund in Führung gehen, hat weitere Großchancen durch Kamada und Kostic und muss in der 53. Minute nach einem Foul von Goldson an Borré einen Elfmeter gepfiffen bekommen. Die Eintracht produziert auch nach dem 0:1 und nach dem 1:1 regelmäßig interessante Abschlüsse, bis in die Nachspielzeit, als Borré in der 95. Minute allein vor McGregor scheitert, während die Rangers immer wieder in die gleichen, von der SGE gestellten Fallen laufen und kaum zu Abschlüssen kommen.

Allerdings ändert sich das Spiel mit jeder SGE-Auswechslung zusehends. Nachdem Tuta, Sow, Rode und Lindström ausgewechselt waren, drehte sich das Spiel komplett und die Rangers übernahmen die Initiative, waren dann das bessere und deutlich gefährlichere Team, die SGE hatte in der Schlussphase der Verlängerung viel Glück und einen Weltklassetorhüter, bei dem sich alle bedanken können, dass er als letzte Instanz die Stellungsfehler von Hasebe, Hrustic und Jakic ausbügelte, aber einen solchen Torwart zu haben, gehört zur Mannschaftsqualität natürlich genauso, wie alle Feldspieler-Skills. Alles in allem war der Erfolg der SGE, der dann im Elfmeterschießen erzielt wurde, durchaus verdient, allerdings muss der Kader, das war ebenfalls unübersehbar, in der Breite deutlich stärker aufgestellt werden, wenn die kommende Dreifachbelastung bewältigt werden soll.

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1 Kommentar

  1. Was offenkundig wurde, ist die große Stärke der Eintracht: Die Kreativität beim Herausspielen gefährlicher Situationen. Ich sah danach das oft unkoordinierte Anrennen von Feyenoord gegen die Abwehr von Rom und ertappte mich bei dem Gedanken, dass es der Eintracht vielleicht, nein: bestimmt gelungen wäre, diese zu überwinden.

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